Deutsche Meisterschaft Kurzdistanz

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Leif
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Deutsche Meisterschaft Kurzdistanz

Beitrag von Leif » 27. Aug 2018, 21:26

Moin Zusammen,

Nach meinem recht guten Saisonstart entschied ich mich die Anmeldung zur deutschen Meisterschaft von meiner Leistung bei der OD in Geesthacht abhängig zu machen. Nach einem 2. Platz Gesamt konnte ich mich also nicht mehr drücken und meldete mich zur Deutschen Meisterschaft der Kurzdistanz an.

Diese war dies Jahr am 26.08 in Viernheim bei Mannheim. Nach meine Recherche sollte das eine Platzierung zwischen Platz 10 und Platz 14 möglich sein. Das Steckenprofil sollte anspruchsvoll sein mit seinen knapp 500 Höhenmetern.
Erst am Tag vorm Wettkampf begriff ich wie ernst es war. Wir fuhren die Rad-stecke mit dem Auto ab. Alleine der Anblick der Steigungen bereitete mir schon schmerzen. Ich war natürlich Top vorbereitet mit meiner „Bergübersetzung“ 39:25 . Naja jammern nützt nichts.

Nächsten Tag früh aufgestanden, Startnummer abgeholt und in beiden Wechselzonen eingecheckt. Um kurz vor 9 stand ich am Ufer vor der Startlinie in Startgruppe 1 zusammen mit 300 Triathleten. Insgesamt starteten über 600 Leute bei den Deutschen Meisterschaften und noch einige bei den anderen Wertungen. Das Wasser war 24,5 Grad warm und somit gab es ein Neo-Verbot. Allerdings war die Lufttemperatur nur knapp im zweistelligen Bereich, was sich, Gott sei Dank, schnell änderte.

Bei bester Stimmung und lauter Musik ertönte um Punkt 9:00 Uhr der Startschuss.
Ich schaffte es nach kurzem gekloppe eine Lücke zu finden und konnte recht schnell mein Rückmus finden. Auf der ersten Grade zog sich das Starterfeld schnell auseinander und ich konnte schon nach einigen 100m mit dem überholen beginnen. Nach den ersten 1000m erfolgte ein kurzer Landgang den ich fasst verpasst hätte. Die letzten 500m konnte ich noch einige einholen und ging unter den ersten 30 an Land (20:05min). Ich fühlte mich gut und ging mit einem gemischten Gefühl auf die sehr anspruchsvolle Radstrecke.

Nach den ersten 2km fing die Steigung an. 6km und 300hm. Enthusiastisch wie ich bin legte ich den kleinsten Gang ein und führ im wiege-schritt los. Ich überholte einen nach den anderen, nur merkte ich schnell wie es an den Kräften zehrte. Die ersten 4km waren es zwischen 8-14% Steigung. Grade noch zu fahren mit meiner Übersetzung, bei 90 Umdrehungen und 450W. Doch das sollte Ja nicht alles sein. Nach den 4km fing das steile Stück an mit bis zu 20% an. Es ging gar nichts mehr! Bei 40 Umdrehungen und 650W bewegte sich die Kurbel kaum noch und ich konnte mich grade noch auf dem Rad halten. Gott sei dank ging auch diese Steigung nach einer Minute zu ende und ich konnte mich bei 11% kurz erholen. Die restlichen km der Steigung quälte ich mich auch noch hoch . Oben war ich schon nach den ersten 8km ziemlich am Ende, doch ich wusste das das Rennen jetzt erst begonnen hatte. Die Abfahrt war so steil und Kurvig, dass ich nicht viel Treten konnte/musste. Es ging noch 3 mal kurz bergauf und dann kam eine lange Grade bergab durch ein längeren Tunnel. Ich setzte mich auf mein Oberrohr und machte mich klein. Mit über 80 Sachen überholte ich ein Konkurrent der Strampelte ohne dabei selbst zu Treten, mit gefühlt doppelter Geschwindigkeit. Am Wendepunkt kamen mir die Profis entgegen ich zählte mit. Platz 22. Nicht schlecht! Auf den restlichen 20km gerader Stecke konnte ich noch einige Plätze gut machen und fuhr auf eine größere Gruppe auf. Mit Windschattenverbot nehmen die das hier wohl nicht so ernst.... Auf der Strecke hatte ich ein Schnitt von 350W und 378W NP.

Unter den ersten 20 stieg ich vom Rad mit der 17. besten Radzeit (4. beste AK) 1:05:47h . „Nur„ 4min langsamer als Profi Andreas Böcherer.
Jetzt hieß es durchhalten und Beißen. Wer mich kennt weiß das ich meine Probleme hab, bei dem Laufen. Doch es fühlte sich gut an. Ich fing mit seinem 3:45er Pace an, der nach und nach langsamer wurde. Die Strecke war eine 3,33km lange Wendepunkt-strecke mit 2 Wendepunkte im Wald und einem im Stadion. Das Anhalten und Beschleunigen kostete viel Kraft, die ich nicht mehr hatte. Doch die Stimmung im Stadion war gut und gab mir Kraft. Bei Minute 40min auf der Laufstrecke ging es auf die Zielgrade.

Nach 2:08:06h lief ich als 40ster Gesamt und 11ter in der AK (von 35) ins Ziel. Im großem Ganzem bin ich zufrieden. Klar geht immer besser, aber ich habe mich an dem Tag mehr als nur gequält.
Als erste Erfahrung und Probe wo ich in Deutschland stehe habe ich viel mitgenommen.
Ergebnisse unter triathlon-timing.com/results/#results%2F2018
Dateianhänge
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Ich mit Gewinner Nils Frommhold
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