Den Auftakt in die Saison 2025 machte, wie schon letztes Jahr, ein Rennen auf Mallorca. Hier war meine neue Klasse noch von keiner Relevanz, denn alle starteten zusammen mit Level 1 Niveau. Es gab keine getrennte Wertung.
Ich reiste am Donnerstag an, konnte Freitag und Samstag ein wenig trainieren und am Sonntag war das Rennen in Sa Rapita. Es ist der Auftakt zur Trofeo de Primavera, einem Etappenrennen über drei Sonntage.
Das Wetter war hier als extrem einzustufen. Starker Wind, starker Regen und da die Strecke am Ufer verlief, auf die Strecke peitschende Gischt. Doch das Wetter war nicht mein Problem. Mir fehlten die nötigen Kilometer in den Beinen und so verlor ich leider den Anschluss an die Spitze und wurde nur 26ter von ca. 100 Fahrern.

Die Woche drauf gab ich es mir richtig und drückte die notwendigen Kilometer und unzählige Höhenmeter in meine Beine. Selbst am Samstag noch 115km un 2Thm taten richtig gut. So konnte ich gestärkt ins zweite Rennen in Ses Salines gehen, wo ich vergangenes Jahr den dritten Platz einfahren konnte. Dieses Jahr waren viele starke Teams am Start und eine Spitzengruppe war nicht machbar. Unter anderem war das Stevens Nachwuchs Team um den Bruder des Weltmeisters dabei. Im anfangs etwa 170 Mann starken Feld war es nicht leicht die Position zu halten. Doch ich kam gut mit, kam nicht mehr in meinen Grenzbereich und konnte im Sprint auf Platz 13 insgesamt fahren (Masters Platz 1).
Tags drauf ging es zurück in die Heimat und das Rennwochenende Flüggendorf/ Rieps stand auf dem Plan. In Flüggendorf dann also mein erstes reines Masters Straßenrennen. Die Eliteamateure starteten nur eine Minute vor uns. Da ein Carstensen, neben den anderen Verdächtigen am Start war, machte ich mir eigentlich keine Sorgen, dass das zum Problem werden könnte. Aber es kam ganz anders.
Nach ein paar Versuchen gelang es mir mit zwei anderen das Feld stehen zu lassen. Wir hatten alle gut Druck und der Abstand wuchs rasant. Nach einigen Zeit sammelten wir schon versprengte Eliteamateure ein und kurz darauf hatten wir die Spitze auch eingeholt. Ich bin sofort komplett durchs Feld an sich gerade absetzende Ausreißer rangesprungen. Doch Nils hatte scheinbar kein Interesse und es war seine letzte Aktion, bevor er sich aus dem Rennen verabschiedete. Ich versuchte dann Tempo zu machen, doch das Elitefeld wollte nicht mit mir fahren. Alleine wäre sinnlos und die anderen beiden ruhten sich lieber im Feld aus. Eine Runde später versuchte ich mich dann mit Jan (Master) abzusetzen, doch seine Sattelstütze war runtergerutscht und er konnte nicht weiter durchziehen. Da das Elitefeld so trödelte und gewisse Fahrer fragwürdige Nachführarbeit leisteten, kam das Masterfeld in das Elitefeld und der Rest des Rennens wurde gemeinsam bestritten. Aufgrund der enormen Leistung, die ich anfangs verbrannt hatte, war nur noch ein mäßiger Sprint in meinen Beinen übrig und ich konnte "nur" Platz 4 erreichen.
Am nächsten Tag in Rieps sollte alles besser werden. Es gab kein anderes Feld vor uns. Ich knallte also sofort los und setzte mich ab, um warm zu werden. Da keiner ransprang ließ ich das Feld wieder ranrollen. Irgendwann setzte sich Jan (der von gestern) vom Feld ab und konnte den Abstand langsam aber sicher immer weiter erhöhen. Als er drei Runden vor Schluss aus dem Sichtfeld verschwand, wusste ich genau, dass jetzt oder nie die Attacke gehen muss. Es setzte sich eine Gruppe von vier Amateuren (fahren immer zusammen mit uns) vom Feld ab und ich ließ sie absichtlich fahren. Ich wusste genau, dass jeder Master jetzt auf ein "Ticket" lauert und wollte dieses nicht verschenken. Die Gruppe konnte gut Distanz aufbauen, sodass eine Soloattacke schon schwierig wurde. Wir fuhren in den Anstieg und ich lauerte nur darauf, dass einer richtig losknallt. Das tat dann auch Jan Y. und ich sprang sofort an sein Hinterrad. Nach dem halbem Anstieg war er aber platt und ich knallte einfach drüber. Sofort war ich weg vom Feld. Nach dieser harten Attacke musste ich die Kette noch einige Minuten länger richtig stramm halten, um die Ausreißer zu holen. Das gelnag mir dann auch. Das Feld war schon sehr weit abgehängt. Nach einigen Minuten Regeneration im Windschatten, ging ich mit durch die Führung und wir kreiselten unseren Weg nach vorne zu Jan. Dann kreiselten wir bis zum Finale weiter und hatten etwa zwei Minuten Abstand zum Feld. Im Sprint war ich wahrscheinlich nicht stärker, aber schlauer positioniert als Jan und konnte das Rennen für mich entscheiden.
Jetzt bin ich in Gelb und zufrieden mit der Entscheidung, Masters zu fahren.
