Da ich beim Frankfurter Rennen jedes Jahr im Fernsehen mitgefiebert habe, war dies neben Berlin mein Favorit. In Berlin hatte ich zwar schon einen ausgelosten Startplatz. Diesen ließ ich jedoch verfallen, da ich zu diesem Zeitpunkt gerade meine verspätete Langdistanz hinter mir hatte und mir keinen schnellen Marathon vorstellen konnte. Ich beschloss, mich zwei Wochen auszuruhen und mich dann drei Wochen intensiv vorzubereiten.
Mit Ausnahme einem kleinen Anzeichen einer Reizung am Oberschenkel lief das Training planmäßig und schon stand die Taperphase an. Angemeldet habe ich mich dennoch erst eine Woche vor dem Rennen. Hotel und Zug hatte ich schon länger günstig reserviert. In der Rennwoche hatte ich ein gutes Gefühl; jedoch weiß man natürlich nie, wie es am Renntag aussieht und ob die Form da ist.
Am Freitag angekommen holte ich mir in der Messehalle meinen Starterbeutel. Das Marathonfieber wuchs. Die Stimmung in der Stadt war super, weil überall Läufer mit ihren Beuteln zu sehen waren. Am Samstag hat es mich auf die Messe verschlagen. Meine Motivation verstärkte weiter, nachdem ich kurz mit dem 10.000m Europameister von 2006 Jan Fitschen plaudern konnte und in nächster Nähe Jan Frodeno am ASICS-Stand bei einem 30-minütigen Interview zuhören konnte, bei dem er ein paar Details von Hawaii verriet. Anschließend stand die Pastaparty in der Festhalle an. Diese Halle ist riesig und sehr stimmungsvoll. Den Zieleinlauf konnte ich mir schon ausmalen. Auch hier stand wieder Frodeno und machte Selfies mit Fans. Eine tolle Atmosphäre, die ich förmlich aufsog.
Damit die Ruhe nicht zu kurz kommt, habe ich anschließend die Beine hochgelegt. Durch die Zeitumstellung sollte genug Ruhezeit vorhanden sein. Das Hotelfrühstück ab 7:00 Uhr war für mich genau rechtzeitig für den Rennstart um 10:00 Uhr. Mit der U-Bahn war die Messehalle schnell erreicht und die Zeit zum Start verging mit dem Einlaufen wie im Flug. Die Anspannung war da. Fest vorgenommen hatte ich mir, konstant knapp unter 4:15/km zu laufen. Nach ein paar Kilometern kam ich immer gleichmäßiger hinein. Das Gefühl, durch die Hochhausschluchten zu laufen, ist beeindruckend. Ein bisschen New York - Feeling muss das sein. Die Strecke ist abwechslungsreich und bis auf ein paar Steigungen so flach wie vom Veranstalter angepriesen. Im Mittelstück liegt die Strecke in ruhigeren Bereichen. Mir persönlich kam dies entgegen. Einige hatten am Start die Monotonie der Mainzer Landstraße gefürchtet. Umso intensiver ist dann die Rückkehr in die City, die einen abermals durch die Skyline führt. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen. Offenbar hatte ich mich dieses Mal richtig vorbereitet und auch keine Fehler bei der Rennverpflegung gemacht: Ich hatte keinen Einbruch und konnte den Marathon bis zum Ende genießen. Sogar eine Temposteigerung war am Schluss noch drin. Der Zieleinlauf in die laute Festhalle war so schön wie erträumt...

Dem Veranstalter ist ein Lob für die Organisation auszusprechen..! Auf der Rückfahrt sah ich, dass Jessika Ehlers auch erfolgreich war und mit 2:44h mal wieder eine Riesenleistung gebracht hat. Respekt!! Das Rennen ist anderen Vereinsmitgliedern scheinbar zu empfehlen..
