IM Kopenhagen 20.08.2023 - im Bonusgefühl über die Strecke

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MichaelRu
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IM Kopenhagen 20.08.2023 - im Bonusgefühl über die Strecke

Beitrag von MichaelRu » 22. Aug 2023, 18:31

Beim Schreiben dieses Berichtes empfinde ich ein zufriedenes Gefühl eines schönen Saisonabschlusses. Die erste Hälfte meines persönlichen Jahres war von Umzug und Einhaltung des Trainingsplanes geprägt. Obwohl die vielen langen Einheiten körperliche Energie ziehen, geben sie mentale Kraft und Freude zur Bewältigung der Herausforderungen im Leben. Das ist der Lifestyle, den man einfach lieben muss.

Die Langdistanz in Klagenfurt im Juni war schön; aber die Vorbereitung sehr zehrend. Der anschließende Urlaub als Mid-Season-Break bot die Chance, die zweite Saisonhälfte ohne feste Trainingsplanung in Angriff zu nehmen. Das gefiel mir, obwohl meine Gesäßmuskulatur noch nicht so viele Laufkilometer auf sich nehmen wollte. Ein Testrennen war dann der IM70.3 Duisburg am 6. August, der sich gut anfühlte. Der Ironman Kopenhagen stand schon das ganze Jahr auf meiner Wunschliste und war stets als Option einer weiteren Langdistanz im Hinterkopf. Nachdem sich mein Körper nach der halben Distanz weiterhin gut anfühlte und auch der Kopf sagte, dass das noch nicht alles für dieses Jahr gewesen sein kann - meldete ich mich auf einen der letzten freien Plätze 1,5 Wochen vor Rennen mit einem sehr guten Gefühl der Vorfreude in Kopenhagen an. Alles was kommen mag, ist ein Bonus für 2023.

Dank der Nähe nach Kopenhagen war es ausreichend am Freitagabend anzureisen. Als Hotel wählten wir einen Standort in der Nähe des Flughafens in Kastrup. Von hier ist es nicht weit bis zur Schwimmstrecke am Amager-Strand. Es handelt sich um eine Lagune, die unmittelbar am Öresund liegt. Am Samstag war Registrierung, Aktivierung mit drei Kurzeinheiten, Carboloading mit Ausruhen angesagt. Das Wasser in der Lagune war trotz Kälteperiode angenehm und der reichhaltige Pflanzenbewuchs ist einem als Ostseeschwimmer bekannt. Die Stimmung war überall super und die Atmosphäre aus dänischer Moderne und Ostsee-Flair trug zur Vorfreude bei. In Dänemark verteilen sich die Menschen einfach besser auf viel Raum und es gibt nirgends Gedränge. Nach den Dänen stellen die Briten hier die meisten Starter. Aber eigentlich trifft man hier halb Europa. Es wurde von 68 verschiedenen Nationen gesprochen.

Am Morgen des Rennens konnten Janine und ich nach Wecker-Klingeln um 4:00 Uhr mit eigens besorgtem Toast und Marmelade im Frühstücksraum die letzte Mahlzeit einnehmen bevor wir bei diesigem Nieselregen nach Amager fuhren. Die Vorbereitungen liefen ruhig ab und auch ein Stromausfall fünf Minuten vor dem Start mit Verlängerung der Wartezeit lenkten mich nicht ab. Der Schwimmkurs macht Spaß, da zwei Brücken unterschwommen werden müssen und große Banner die absolvierte Länge anzeigten. Nach 1:05h verließ ich das Wasser.

Die Radstrecke führt erst sehr kurvig in schlechter Straßenqualität direkt ins Zentrum von Kopenhagen und dann wunderschön durch die leicht hügelige Landschaft mit zwei Runden. Durch den nächtlichen Sturzregen waren die Straßen äußerst nass. Vorsicht war angesagt. Kalt war es zum Glück nicht. Besonders tückisch waren sandüberspülte Straßen oder große Pfützen. Dies wurde zig Teilnehmern zum Verhängnis. Plattfüsse reihten sich aneinander. Mir war der Reifengott zum Glück wohlgesonnen. Es ist schon traurig, die vielen Mitfahrer am Straßenrand zu sehen. Ich konnte bis auf eine Niedrigenergiephase bei Kilometer 120 und 160 gut durchfahren. Es war auf der Strecke wichtig, immer den Schwung der Hügel für den nächsten mitzunehmen. Der Streckenteil an der Küste ist auch weitgehend flach und der westliche Seitenwind war hier nicht dominant. Der letzte Abschnitt in die zweite Wechselzone im Stadtzentrum zog sich wie Kaugummi. Inzwischen sorgte die Sonne für Wärme. Bei 5:10h stieg ich vom Rad.
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Auf der Laufstrecke ..
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Trotz untypischen Hungergefühl kam ich nach den ersten drei Kilometern unter Einsatz der nötigen Getränke gut in den Lauf. Janine rief mir zwischendurch zu, wie ich auf Kurs lag. Mir war klar, dass ein Marathon im Ironman nach hinten immer langsamer wird und man sich sein Polster einteilen muss. Also nicht zu sehr zocken. Das zeigten einem die Beine auch am fiesen Brunnenanstieg nahe der Kreuzfahrt-Terminals. Ich zählte keine Kilometer und konzentrierte mich ausschließlich auf die vier Runden und den Erhalt der begehrten Armbändchen. Die Laufstrecke ist großartig vorbei an Sehenswürdigkeiten, durch das malerische Nyhavn und Party-Stimmungsnester mit biertrinkenden Dänen. Mein Tempo blieb gut im Überholbereich und ich schloss mit 3:09h den Marathon ab.
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Ziel erreicht..
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Der Zieleinlauf bei 9:35h war Genuss. Eines der schönsten Rennen, die ich bisher erleben durfte. Dankbarkeit, dass außer dem Schmerz der Anstrengung keine Beschwerden vorhanden waren. Das ist der Lohn der ganzen Mühen. Die Platzierung war mit 112 von 1.936 Finishern und Platz 18. in der AK 40-44 für mich ein Ergebnis, was ich vorher nicht so erwarten konnte.

Am Montag nach dem Rennen genossen wir bei guter Verpflegung einen wunderschönen Tag mit Bus- und Schiffstour..
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Merchandise Erinnerung
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WernerR
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Re: IM Kopenhagen 20.08.2023 - im Bonusgefühl über die Strecke

Beitrag von WernerR » 22. Aug 2023, 20:19

Kære Michael, hjertelig tillykke!!!! ... og mange tak for reporten 😄

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OliverStief
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Re: IM Kopenhagen 20.08.2023 - im Bonusgefühl über die Strecke

Beitrag von OliverStief » 25. Aug 2023, 17:43

Hi Michael!

Zum wiederholten Mal willkommen in der Hall of Fame des Triathlons! Bei der Endzeit hast du ja sogar einen Platz auf der Empore. Da lassen die mich schon lange nicht mehr hinauf. Ganz großes Kino!

Toller Artikel übrigens; sehr lebhaft beschrieben. Gute Erholung!

🏊🚴🏃‍♂️…💥…-_
Das Machen m8's!

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